Film in Deemark


Die deutsche Besetzung Deemarks 1940 - 1945 schuf f・ den deischen Film eine besonders g・stige Situation, da die Deutschen schnell die Einfuhr von Filmen der Alliierten verboten. Die Zahl der Filmproduktionen im Lande stieg deutlich an, und der deische Film bekam einen ausgesprochen nationalen Status. Zu deischen Filmvorstellungen ins Kino zu gehen wurde zum symbolischen Ausdruck des Widerstands gegen die Besatzung.

Der bedeutendste deische Film der Besatzungszeit war (...) Carl Th. Dreyers Meisterwerk Vredens Dag (Tag der Rache, 1943) - eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert ・er die Unterdr・kung von Sinnlichkeit und Liebe in einem lebensfeindlichen System. Der Film konnte auch als allegorischer Kommentar zur Besetzung verstanden werden.

In den ersten Nachkriegsjahren gelang es mehreren Regisseuren, das k・stlerische Niveau anzuheben und damit die Tendenzen von der Besetzung bis in die 50er Jahre fortzusetzen. In den Jahren unmittelbar nach der Befreiung wurde die Besetzung zum zentralen Thema. 1945 prentierten Bodil Ipsen und Lau Lauritzen jun. De rde Enge (Die roten Wiesen) und Johan Jacobsen Den usynlige H誡 (Das unsichtbare Heer), zwei Filme ・er die Besetzung, in denen Realismus mit melodramatischem Pathos kombiniert war.

Seit 1948 gibt es in Deemark auch einen eigenen Filmpreis, den sogenannten Bodil-Preis, der jedes Jahr im Januar vom Verband der Filmkritiker verliehen wird.

Um 1960 verbreitete sich die Neue Welle im franzsischen Film auch in den ・rigen europschen Ledern. Gleichzeitig wurde das Fernsehen in der Zeit nach 1960 zu einem internationalen Massenmedium mit einem reichhaltigen Filmangebot, wodurch die deischen Kinos und Filme immer mehr in Bedregnis gerieten. Der fr・eren Gesetzgebung zufolge wurde Film als eine Form der Unterhaltung verstanden, auf die Steuer erhoben wurde, und mittels eines Lizenzsystems f・ Kinos, das mit vielen Korrekturen bis 1972 Bestand hatte, vergab der Staat Konzessionen an die Kinobesitzer. Das damit verbundene Ziel war die Verhinderung einer Konzentration und Vermischung von Verleih-, Produktions- und Kinobranche. Gleichzeitig versuchte man, mit dem Lizenzsystem eine Kulturpolitik zu f・ren, die Anspr・he an das Spektrum des Filmrepertoires stellte. Au゚erdem zahlten die Kinos eine Reihe von Abgaben, die auch f・ Film-Kulturpolitik-Zwecke verwendet werden konnten.

In dem ersten modernen Filmgesetz von 1964 wurden indes Frderrichtlinien eingef・rt; das Gesetz frderte den Film als Kunstgattung, deren wirtschaftliche Grundlage jedoch weiterhin zu einem gro゚en Teil die Einnahmen aus dem Kartenverkauf bilden sollten. Mit dem Gesetz von 1972 wurde das Deische Filminstitut eingerichtet, und die Frderung beruhte nun auf Mitteln aus dem ffentlichen Haushalt. Gleichzeitig schaffte man das Lizenzsystem ab, so da゚ sich Mglichkeiten f・ einen freien Markt erffneten. Ab 1972 entstanden die bei weitem meisten deischen Filme mit staatlicher Unterst・zung, und seit 1981 sind nur noch ganz wenige deische Filme mit ausschlie゚lich privater Finanzierung produziert worden.

1989 wurde die sogenannte 50:50-Regelung eingef・rt (seit 1997 in eine 60:40 Regelung geedert), wodurch sich eine bessere Mglichkeit f・ gleichzeitige staatliche und private Finanzierung bot; die Regelung zielte darauf ab, da゚ Filmproduzenten, die selbst eine Garantie zur Deckung von 60 Prozent der Produktionskosten f・ einen Film bieten knnen, ohne Hinzuziehung von Filmberatern die ワbernahme der anderen 40 Prozent beim Vorstand des Deischen Filminstituts beantragen knnen. In den 90er Jahren spielt die staatliche Frderung weiterhin eine entscheidende Rolle, und gleichzeitig ist aufgrund der globalen Entwicklung eine Kofinanzierung und Koproduktion auf europ臺scher und internationaler Ebene immer notwendiger geworden.

Im Zeitraum 1960 - 1972 tat sich eine neue Generation von Filmregisseuren mit einer neuen und moderneren, realistischen Filmsprache hervor. Astrid Henning-Jensen setzte ihren bereits eingeschlagenen Kurs mit Utro (Untreu, 1966) und sp舩er mit Vinterbrn (Winterkinder, 1978) fort. Die beiden bedeutendsten deischen Regisseure der Neuen Welle waren Palle Kj誡ulff-Schmidt, der eng mit dem Schriftsteller Klaus Rifbjerg zusammenarbeitete, und Henning Carlsen. Kj誡ulff-Schmidt machte sich einen Namen mit den feinen Milieuschilderungen Weekend (1962) und Der var engang en krig (Es war einmal ein Krieg, 1966). Ein einzigartiges filmisches Meisterwerk schufen Sven und Lene Grnlykke mit Balladen om Carl-Henning (Die Ballade von Carl-Henning, 1969).

1954 erhielt der Regisseur Erik Balling eine leitende Rolle bei Nordisk Film, von wo aus er zu einer stilistischen Erneuerung des popul舐en deischen Films beitrug. Seine gr゚te Leistung ist die Serie von 13 Filmen (1968-1981) ・er die Olsen Bande. Die Filme hatten einen sehr feststrukturierten Aufbau und handelten von einem Trio deischer Kleinganoven, die zwar zun臘hst vom Gro゚kapital und ausledischen Verbrechersyndikaten ・ers Ohr gehauen werden, sich letztlich aber dank ihres Erfindungsreichtums gegen die ワbermacht behaupten. Die Serie wurde zu einem der gr゚ten deischen Filmerfolge und in viele Leder exportiert. 1998 bekam die Serie einen Nachruf mit dem Film Olsenbandens sidste stik (Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande) in der Regie von Tom Hedegaard und Morten Arnfred.

Nach der Verabschiedung des neuen Filmgesetzes von 1972 waren die popul舐en Gattungen weiterhin dominierend. Der Literaturverfilmung und dem Realismus gelang der internationale Durchbruch mit zwei Filmen, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurden: Gabriel Axels Verfilmung von Karen Blixens Babettes g誑tebud (Babettes Fest, 1987) und Bille Augusts Pelle Erobreren (Pelle der Eroberer, 1987) nach dem Roman von Martin Andersen Nex・ Auch der n臘hste Film von Bille August, Den gode vilje (Die besten Absichten, 1991), der auf den Erinnerungen Ingmar Bergmans basierte, wurde ein internationaler Erfolg. Mit der Verfilmung von (1993) und (1997) hatte Bille August gro゚en Erfolg beim Publikum, aber bei den Kritikern stie゚ seine Adaption von Literaturklassikern und Bestsellern nicht auf ungeteiltes Lob. Gleichzeitig gelang der filmischen Avantgarde in diesem Zeitraum mit Lars von Triers Filmen Forbrydelsens element (Element of Crime, 1984), Europa (1991), Riget und Riget II (The Kingdom - Hospital der Geister, 1994 und 1997) der internationale Durchbruch.

Zusammen mit seinem erfolgreichen Melodram (1996) gewann Lars von Trier damit ein neues und gr゚eres Publikum f・ seine Film.

Hinter diesen internationalen Frontfiguren aber steht eine breitere Produktion, die sich trotz des R・kgangs bei der j臧rlichen Anzahl von Filmen seit den 70er Jahren behauptet hat. Eine gro゚e Bandbreite zeigt die Tradition des realistischen Films mit Schilderungen aus dem Leben der Arbeiterklasse in Morten Arnfreds Film Johnny Larsen (1979) und mit den Schilderungen der sozialen Verh舁tnisse der Jugendlichen und dem historischen Realismus Sren Kragh-Jacobsens in Skyggen af Emma (Emmas Schatten, 1988) und Drengene fra Sankt Petri (Die Jungen von Sankt Petri, 1991). Au゚erdem hat Nils Malmros in einer Reihe oft preisgekrnter Filme, z. B. Drenge (Jungen, 1977) und Kundskabets tr・/B> (Der Baum der Erkenntnis, 1981) mit gro゚em psychologischem Einf・lungsvermgen das Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen in der Provinz beobachtet.

K誡lighedens smerte (Schmerz der Liebe, 1992) l舫tete eine neue, verederte thematische und 舖thetische Herangehensweise ein. Das gleiche galt f・ den historischen Film Barbara (1997), der nach der Vorlage eines Romans des f舐ischen Autors Jrgen-Frantz Jacobsen in internationalem Format gedreht wurde. Dieser Film erreichte 1997 die hchsten Besucherzahlen in den deischen Kinos.

Im Laufe der 70er Jahre entstand eine deische Krimi-Tradition, z. B. mit Esben Hilunds Nitten rde roser (Neunzehn rote Rosen, 1974) und Anders Refns Film Strmer (Bulle, 1976). Mit Ole Bornedals internationalem Durchbruch, dem Thriller Nattevagten (Nachtwache, 1994), dregte eine neue Generation von Regisseuren nach vorn. Die vielversprechendsten Namen sind hier Thomas Vinterberg, Nicolai Winding Refn, Niels Arden Oplev, Anders Rnnow Klarlund und Lotte Svendsen.

Im Hinblick auf das 100j臧rige Jubil舫m des deischen Films 1996 l葹t sich konstatieren, da゚ es Regisseure wie Bille August und Lars von Trier sind, die mit gro゚en internationalen Koproduktionen den deischen Film pr臠en. Neben diesen Hauptfiguren gibt es mehrere Regisseure von Volkskomdien, realistischen Filmen, Krimis und Dokumentarfilmen, die ・er das Deische Filminstitut und die Staatliche Filmzentrale versuchen, die Bandbreite der deischen Filmproduktion zu erhalten. 1997 wurden alle deischen Filminstitutionen im Deischen Filminstitut (Det Danske Filminstitut) zusammengefa゚t. Mit dieser St舐kung der Organisation sollte es mglich sein, das breite Spektrum der deischen Filmproduktion aufrechtzuerhalten.

Der gro゚e Erfolg des deischen Films setzte sich auch 1998 fort. Bereits 1995 hatten Lars von Trier und Thomas Vinterberg gemeinsam das k・stlerische Manifest "Dogme 95" formuliert, das eine Low-budget-Film舖thetik zu einem provokanten und fruchtbaren filmischen Prinzip machte. Dies f・rte 1998 zum gro゚en Durchbruch f・ Thomas Vinterbergs Film , der bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet und seitdem in mehr als 25 Leder verkauft wurde. Gleichzeitig erregte Lars von Triers eigener Dogma-Film (1998) gro゚es Aufsehen. Zuletzt ist der j・gste Dogma-Film, (1999) von Sren Kragh-Jacobsen, bei den Internationalen Berliner Filmfestspielen 1999 mit einem Silbernen B舐en und dem Gro゚en Preis der Jury ausgezeichnet worden.